Doce Pares Eskrima
Doce Pares Eskrima

Im März 1932 fand sich eine Gruppe bekannter philippinischer Kampfkunstmeister zusammen, um den Doce Pares Club, später auch einfach Doce Pares genannt zu gründen. Unter der Leitung des unnachahmlichen Eulogio "Yoling" Canete, erreichte die Gruppe eine derartige Bekanntheit und Beliebtheit, dass sie praktisch alleine den Standard des Eskrima-Kali-Arnis bestimmte. Doce Pares war so verbreitet, dass sein Name gleichbedeutend war mit der Kampfkunst schlechthin. Nach seiner Wahl zum ersten Präsidenten im Jahre 1932, wurde Eulogio Canete insgesamt 56 mal wieder gewählt und blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1988, im Alter vom 88 Jahren an der Spitze der Bewegung.

doce pares multi-style system
Doce Pares Multi-Style System

Nur wenigen ist bekannt, dass Doce Pares nicht ein einzelner bestimmter Stil ist, sondern sich aus verschiedenen Stilen zusammensetzt. Diese Stile wurden 1932 durch die Begründer in die Organisation eingebracht. Es war der Verdienst dieser Leiter, dieser verschiedenen und oft widersprüchlichen Stile erfolgreich weiterzuführen. Daher bilden der Nahkampf (corto) von Loronzo und Teodoro Saavedra, die Mitteldistanz von Jesus Cul, das Espada y Daga und corto orihinal von Felimon Canete, der Distanzkampf von Yoling Canete und Vicent Carin und später das corto von Ciraco Canete und das Pangamut von Maxim Canete sowie weitere Stile allesamt die Bestandteile des Lehrprogramme der Gruppe.

Lapu lapu

Lapulapu

Der erste bekannte philippinische Held, Lapulapu, soll einer der führenden Meister des Arnis gewesen sein, welches damals unter seinem einheimischen Namen Pangamut bekannt war. Tatsächlich hatte Lapulapu seine Männer schon lange vor dem historischen Kampf gegen Ferdinand Magellan, am 27.April 1521 auf der Mactan Insel, durch hartes Training intensiv auf die entscheidenden Kraftproben gegen die Feinde vorbereitet. Als der erste Weltumsegler in der Geschichte versuchte, den widerspenstigen Lapulapu, der sich weigerte sich mit ihm in Cebu zu treffen, zu unterwerfen, wurde er, wie nicht anders zu erwarten, nicht mit Gewehrkugeln sondern mit einfachen Holzwaffen, Speeren und Bolos konfrontiert. Als der Schlachtlärm verklungen war, zeigte sich ironischerweise, dass die „modernen" Waffen der spanischen Eroberer den primitiven Holzwaffen von Lapulapu und seinen Kriegern in jeder Hinsicht unterlegen waren. Magellan fiel in dieser Schlacht.

In seinem Buch De Los Delitos aus dem Jahre 1800 äußert der spanische Autor Don Balthazar Gonzales die Vermutung, dass es Lapulapus Vater Datu Mangal gewesen sein könnte, der die Kunst des Stockkampfes nach Mactan Island gebracht hatte, und dass Sri Batugong und sein Sohn Sri Bantug Lumay diese wiederum auf der Nachbarinsel Cebu einführten. Bantug Lumay war der Vater von Sri Humabon (Rajah Humabon). Als Magellan 1521 ankam war Humabon Stammesoberhaupt in Sugbu.

Lapulapu und Humabon waren zu der Zeit Erzfeinde, da Lapulapu Humabon beschuldigte, sich widerrechtlich Land-und Seegebiete seines Vaters angeeignet zu haben. Das war auch der Grund, warum Lapulapu schon vor seiner folgenschweren Begegnung mit Magellan seine Männer für den Krieg ausgebildet hatte. Die Fehde zwischen diesen zwei Stammesoberhäuptern trug entscheidend zur Entwicklung des „alten" Arnis bei. Letztendlich kam es aber nie zur entscheidenden Schlacht zwischen Lapulapu und Humabon. Ihre eigentliche Prüfung musste die einheimische Kriegskunst dafür in der Schlacht von Mactan gegen die modernen Waffen der fremden Eindringlinge bestehen. Der Ablauf ist bekannt.

History

Vollständiges Verbot von Arnis

Als die Spanier jedoch das Land immer mehr unter ihre Kontrolle brachten, versuchten sie die Ausübung des Arnis zu verhindern. Aus Angst vor den ungewöhnlichen Fähigkeiten der Philippinos verboten sie die Ausübung dieser Kunst. Zwar gaben sie als Grund für das Verbot an, dass die Einheimischen zu viel Zeit mit dem Training verbrachten und dadurch ihre Arbeit vernachlässigten, aber es war doch offensichtlich, dass die Verwaltung die sehr geschickten und gut ausgebildeten Menschen als lebensgefährliche Bedrohung ansah.Und so kam es, dass die Philippinos ihre Übungsgeräte beiseite legten und die Ausübung des Arnis aufgaben.

Moro Moro

Moro Moro Spiel und Tänze

Eskrima - GeschichteEs dauerte bis zum 19.Jh., bis das Arnis bei der einheimischen Bevölkerung wieder eine gewisse Verbreitung fand. Diese Entwicklung wurde der Einführung der Moro Moro Spiele und Tänze zugeschrieben, welche sich unter den Philippinos großer Beliebtheit erfreuten und ihnen die Gelegenheit gaben, das Gesetz zu umgehen, welches das Tragen und Zeigen von Schwertern verbot. Man glaubte, dass die Moro Moro Spiele und Tänze sogar in erster Linie dafür erfunden wurden, um den Philippinos einen Deckmantel für die Wiederaufnahme des Arnistrainings zu verschaffen. Und so versuchten die Menschen die Kunst mit einem Stück Hartholz, genannt „bahi" oder „Kamagong" und mit Rattanstöcken, genannt „Oway" zu meistern.Durch das Täuschungsmanöver, welches die Bühnenspiele und Tänze darstellten, waren die Philippinos in der Lage, ihr Arnistraining mit „Kali"-Schwertern fortzuführen. Das „Kali" ist eine Art breites Schwert, welches bei den Philippinos noch stets beliebt ist, besonders im südlichen Teil des Landes einschließlich der islamischen Provinzen.

Eskrima

Eskrima

Auf Grund des spanischen Einflusses wurde diese philippinische Kampfkunst unter dem Namen „Arnis de Mano" bekannt, abgeleitet vom spanischen Wort „arnés", der gepanzerten Rüstung der spanischen Soldaten.Im Laufe der Zeit wurde sie auch „Estokada", Estoque", „fraile", „arnes de mano" oder einfach „Arnis" genannt. Bei den Tagalogs heisst sie „Pananandata", bei den Pangasinan „Kalirongan", bei den Ilocanos „Didya" oder „Kabaraon", bei den Ibanags „Pagkalikali", bei den Pampanguenos „Siniwali" und bei den Visayans „Kaliradman" und später „Esgrima" oder „Eskrima". Das Wort „Escrima" stammt vom spanischen Wort „Esgrima" ab, welches fechten bedeutet. Der Name des Stocks, welcher sowohl aus Rattan oder Hartholz sein konnte, war entweder „Olisi", „Baston" oder „Garote".

Das Wort „Eskrima" erlangte in den frühen Jahren der amerikanischen Herrschaft Beliebtheit. Als der erste Arnisklub 1920 in Cebu City, Zentralphilippinen, gegründet wurde, gebrauchte der Labangong Fechtklub den Begriff bei der Ausübung der Kampfkunst.

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